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Christopher Rouse

Concerto per corde, Rotae passionis, 2 Werke für Perkussionsensemble
Concordia Orchestra, Marin Alsop

Christopher Rouses diametrale Vorlieben für romantische Symphonik und peitschende Rockmusik, die er bisweilen spektakulär zur Kollision bringt, haben ihn zwar in Amerika populär werden lassen, doch hier steht ihm die Kritik verständnislos gegenüber. Dabei ist das naiv Musikantische, an dem sich seine Verächter stoßen, eine kommunizierende Qualität, von der mancher esoterisch verstiegene 'Avantgardist' allerhand lernen könnte. Die beiden Kompositionen für Schlagzeug-Ensemble 'Ogoun Badagris' und 'Ku-Ka-Ilimoku' stammen aus den siebziger Jahren, sind von raffiniert animativer Wirkung und kein bißchen zu lang. 'Rotae passionis' für Kammerensemble, geschrieben 1983, präsentiert den wilden Rouse, der Humor und

Bizarrerie mit Tiefsinn und exzellentem Timing verbindet – Musik für unverklemmt Abenteuerfreudige! Hauptwerk dieser unter Leitung der Amerikanerin Marin Alsop fein einstudierten Kompilation ist aber die Streichorchesterfassung von Rouses 2. Streichquartett, das 'Concerto per corde' (1990), bestehend aus drei ergreifenden, ins Zeitgenössische gewendeten, mit allen Mitteln der Konsonanz und Dissonanz gearbeiteten romantischen Tondramen. Hier gelingt Rouse zeitlos Anspruchsvolles, und insgesamt ergibt sich eine fesselnde Gelegenheit zum Einstieg in seine magische Welt.

Christoph Schlüren

(Rezension für Music Manual)